Im Juni 2026 stand Köln ganz im Zeichen des seriellen Erzählens: Das SERIENCAMP Festival 2026 fand vom 9. bis 11. Juni 2026 im Cinenova in Köln-Ehrenfeld statt. Gezeigt wurden neue Serien auf großer Leinwand, darunter Welt- und Deutschlandpremieren. Parallel dazu lief die SERIENCAMP Conference, bei der es um Zukunftsfragen der Branche ging: neue Formate, internationale Koproduktionen, Ausbildung, Technologien und veränderte Formen des Erzählens.
Besonders spannend für Drehbuchschreibende: Im Umfeld der Conference gab es Pitchformate wie den Writers’ Vision Pitch, Diskussionen über Vertical Storytelling, Microdramas und mit PLOT NEXT erstmals auch ein Format zur Rolle von Künstlicher Intelligenz im Storytelling, mit Fokus auf Stoffentwicklung, Produktion und kreative Prozesse.
Das ist ein guter Anlass für eine wichtige Frage:
Was bleibt menschlich am Schreiben, wenn sich Formate, Plattformen und Technologien verändern?
Drehbuchschreiben bedeutet heute nicht mehr nur: 90 Minuten Kinofilm oder 45 Minuten Serienepisode.
Es gibt klassische Serien.
Miniserien.
Webserien.
Short Form.
Vertical Drama.
Microdrama.
Streamingformate.
Social-Media-Erzählungen.
Interaktive Stoffe.
Internationale Koproduktionen.
Das verändert, wie Geschichten gedacht werden.
Eine Kinogeschichte braucht oft einen starken Bogen.
Eine Serie braucht einen Motor, der mehrere Folgen tragen kann.
Ein Microdrama muss sehr schnell zum Punkt kommen.
Ein Vertical Format denkt stärker in Handybild, Nähe und schnellen Konflikt.
Eine internationale Koproduktion muss oft über kulturelle Grenzen hinweg funktionieren.
Aber bei all diesen Veränderungen bleibt eine Sache gleich:
Eine Geschichte braucht eine Figur, die etwas will.
Ohne Wunsch, Druck, Konflikt und Veränderung bleibt auch das modernste Format leer.
Wenn über KI im Storytelling gesprochen wird, entsteht schnell Angst oder Übertreibung.
Die einen sagen:
„Bald schreibt KI alles.“
Die anderen sagen:
„KI hat im kreativen Prozess nichts verloren.“
Wahrscheinlich ist die Wahrheit komplizierter.
Technologie kann helfen.
Sie kann Ideen sortieren.
Sie kann Varianten erzeugen.
Sie kann beim Recherchieren, Strukturieren oder Testen von Loglines unterstützen.
Aber Technologie kann keine echte Haltung ersetzen.
Ein Tool weiß nicht, warum dir eine Geschichte weh tut.
Ein Tool hat keine Kindheit.
Ein Tool hat keine Scham.
Ein Tool hat keine Erinnerung an einen Streit, der nie richtig beendet wurde.
Ein Tool weiß nicht, welche Figur du schreibst, weil du selbst einmal nicht gehört wurdest.
Drehbuchschreiben ist nicht nur das Erzeugen von Handlung.
Es ist Auswahl.
Es ist Blick.
Es ist Verantwortung.
Es ist Erfahrung.
Es ist eine Entscheidung darüber, was wichtig ist.
Genau deshalb bleibt der Mensch im Zentrum.
Je mehr sich die Branche verändert, desto wichtiger wird Austausch.
Wenn neue Formate entstehen, kann niemand alles allein überblicken.
Wenn neue Tools auftauchen, braucht es Gespräche über sinnvolle Nutzung.
Wenn neue Plattformen Geschichten anders erzählen, müssen Autor:innen voneinander lernen.
Wenn internationale Koproduktionen wachsen, werden Verständigung und Zusammenarbeit wichtiger.
Genau hier kann eine Drehbuch-Community stark sein.
Nicht als Ort, an dem alle dasselbe denken.
Sondern als Ort, an dem verschiedene Erfahrungen zusammenkommen:
Eine Person kennt klassische Dramaturgie.
Eine andere schreibt Serienkonzepte.
Eine andere denkt in Social-Media-Formaten.
Eine andere kennt Filmförderung.
Eine andere testet KI-Tools.
Eine andere schreibt Dialoge besonders stark.
Eine andere versteht Genre.
Wenn diese Menschen miteinander sprechen, entsteht mehr als nur Meinung.
Es entsteht gemeinsames Lernen.
Beim Seriencamp wurden 2026 auch Pitchformate sichtbar, unter anderem der Writers’ Vision Pitch. Solche Formate zeigen: Auch in einer digitalen Branche bleibt der Moment wichtig, in dem ein Mensch einer anderen Person eine Geschichte erklärt.
Ein Pitch ist mehr als eine Zusammenfassung.
Er zeigt:
Ob du den Kern deines Stoffes verstehst.
Ob du weißt, warum diese Figur wichtig ist.
Ob du sagen kannst, warum die Geschichte jetzt erzählt werden sollte.
Ob andere Menschen neugierig werden.
Ob der Stoff in wenigen Sätzen Energie hat.
Gerade Serien brauchen diesen klaren Kern.
Eine Serie ist nicht einfach „viel Handlung“.
Eine Serie braucht eine Frage, die lange trägt.
Warum kommen wir zur nächsten Folge zurück?
Welche Figur wollen wir weiter beobachten?
Welcher Konflikt ist noch nicht erschöpft?
Welche Welt hat genug Reibung?
Welche Beziehung verändert sich über Zeit?
Ein Pitch zwingt uns, diese Fragen zu beantworten.
Microdramas und vertikale Formate klingen zunächst nach „klein“.
Kleine Folgen.
Kurze Szenen.
Schnelle Konflikte.
Handyformat.
Aber kurz heißt nicht automatisch einfach.
Im Gegenteil: Je kürzer ein Format ist, desto präziser muss es oft sein.
Die Figur muss schnell erkennbar sein.
Der Konflikt muss sofort greifen.
Die Szene darf nicht lange anlaufen.
Jeder Satz muss arbeiten.
Jede Wendung muss eine Wirkung haben.
Das kann für Drehbuchautor:innen sehr lehrreich sein.
Wer Microdrama übt, lernt Verdichtung.
Und Verdichtung hilft auch beim Kinofilm, bei der Serie, beim Exposé und beim Pitch.
Neue Technologien und Formate stellen immer wieder dieselbe alte Frage:
Was ist der Kern der Geschichte?
Nicht: Welche Plattform?
Nicht: Welches Tool?
Nicht: Welcher Trend?
Sondern:
Wer steht unter Druck?
Was will diese Figur?
Was steht ihr im Weg?
Was verändert sich?
Warum interessiert uns das?
Warum jetzt?
Wenn diese Fragen nicht beantwortet sind, hilft kein Format.
Eine schwache Szene bleibt schwach, auch wenn sie vertikal erzählt wird.
Eine flache Figur bleibt flach, auch wenn KI zehn Varianten liefert.
Eine unklare Serie bleibt unklar, auch wenn sie international gedacht ist.
Technik kann verstärken.
Sie kann aber keinen fehlenden Kern ersetzen.
Für drehbuch.community ist der Juni 2026 besonders passend.
Denn die Seite möchte deutschsprachige Drehbuch-Communitys verbinden und voneinander lernen lassen.
Genau das braucht die Zukunft des Erzählens:
Austausch zwischen alten und neuen Formen.
Austausch zwischen Anfänger:innen und Erfahrenen.
Austausch zwischen Film, Serie, Social Media und neuen Plattformen.
Austausch über KI, ohne blind begeistert oder blind ablehnend zu sein.
Austausch über Handwerk, Haltung und Verantwortung.
Der Blog kann hier eine wichtige Rolle übernehmen.
Zum Beispiel mit Formaten wie:
Format-Check:
Was unterscheidet Kinofilm, Serie, Webserie, Microdrama und Vertical Storytelling?
Tool-Test:
Welche digitalen Werkzeuge helfen beim Schreiben wirklich — und wo wird es gefährlich?
Pitch-Werkstatt:
Autor:innen stellen Loglines oder Serienideen vor und bekommen gezielte Fragen.
Community-Rundblick:
Welche deutschsprachigen Gruppen, Discords, Foren oder Schreibzirkel beschäftigen sich mit neuen Erzählformen?
KI & Schreiben:
Nicht als Hype, sondern als ehrliche Diskussion: Was darf ein Tool? Was sollte beim Menschen bleiben?
Jede Branche liebt Trends.
Mal sollen alle Serien schreiben.
Dann alle True Crime.
Dann alle IP-Adaptionen.
Dann alle Vertical Drama.
Dann alle KI nutzen.
Dann alle internationale Koproduktionen denken.
Trends können inspirieren. Aber sie können auch ablenken.
Nicht jeder Stoff passt in jedes Format.
Eine intime Geschichte muss nicht künstlich zur Serie aufgeblasen werden.
Eine starke Serie sollte nicht auf einen Film reduziert werden, nur weil es einfacher wirkt.
Ein Stoff muss nicht KI-Thema haben, nur weil gerade darüber gesprochen wird.
Ein Microdrama braucht nicht weniger Handwerk, nur weil es kurz ist.
Die wichtigste Entscheidung bleibt:
Welche Form braucht diese Geschichte wirklich?
Nicht die modernste Form.
Nicht die lauteste Form.
Nicht die Form, die gerade am meisten Aufmerksamkeit bekommt.
Sondern die richtige.
Nimm eine deiner Ideen und entwickle sie in drei Formen:
1. Als Kinofilm
Was wäre der zentrale Bogen?
2. Als Serie
Was wäre der Motor über mehrere Folgen?
3. Als Microdrama
Was wäre die kürzeste, zugespitzte Version des Konflikts?
Danach beantworte:
Diese Übung zeigt oft, ob eine Idee groß genug für eine Serie ist — oder ob sie als kurzer, präziser Film stärker wäre.
Welche neuen Formen des Erzählens interessieren euch?
Serien?
Webserien?
Microdramas?
Vertical Storytelling?
Interaktive Formate?
KI-gestützte Stoffentwicklung?
Oder bleibt für euch der klassische Film der wichtigste Ort?
Und noch wichtiger:
Was muss bei all diesen Veränderungen unbedingt menschlich bleiben?
Diese Frage sollte eine deutschsprachige Drehbuch-Community nicht den Plattformen, Tools oder Trends überlassen.
Sie gehört uns Schreibenden.
Der Juni 2026 zeigt: Die Zukunft des Erzählens ist in Bewegung.
Das Seriencamp in Köln brachte Serien, Premieren, Pitchformate, internationale Perspektiven und Zukunftsfragen zusammen. Mit Themen wie Microdrama, Vertical Storytelling und KI im kreativen Prozess wurde sichtbar, dass sich die Formen des Erzählens verändern.
Aber gerade deshalb wird das Handwerk nicht unwichtiger.
Im Gegenteil.
Je mehr Formate es gibt, desto wichtiger wird Klarheit.
Je mehr Tools es gibt, desto wichtiger wird Haltung.
Je schneller Inhalte entstehen, desto wichtiger wird echte Perspektive.
Je mehr Plattformen Geschichten brauchen, desto wichtiger wird die Frage, welche Geschichten wir überhaupt erzählen wollen.
Technologie kann helfen.
Trends können inspirieren.
Neue Formate können Türen öffnen.
Aber am Ende bleibt Drehbuchschreiben eine menschliche Kunst:
Jemand schaut auf die Welt.
Jemand stellt eine Frage.
Jemand erfindet eine Figur.
Jemand entscheidet, was zählt.
Die Zukunft des Erzählens wird sich verändern.
Aber gute Geschichten brauchen weiterhin Menschen, die etwas zu sagen haben.
Besonders spannend für Drehbuchschreibende: Im Umfeld der Conference gab es Pitchformate wie den Writers’ Vision Pitch, Diskussionen über Vertical Storytelling, Microdramas und mit PLOT NEXT erstmals auch ein Format zur Rolle von Künstlicher Intelligenz im Storytelling, mit Fokus auf Stoffentwicklung, Produktion und kreative Prozesse.
Das ist ein guter Anlass für eine wichtige Frage:
Was bleibt menschlich am Schreiben, wenn sich Formate, Plattformen und Technologien verändern?
Neue Formate verändern das Erzählen
Drehbuchschreiben bedeutet heute nicht mehr nur: 90 Minuten Kinofilm oder 45 Minuten Serienepisode.
Es gibt klassische Serien.
Miniserien.
Webserien.
Short Form.
Vertical Drama.
Microdrama.
Streamingformate.
Social-Media-Erzählungen.
Interaktive Stoffe.
Internationale Koproduktionen.
Das verändert, wie Geschichten gedacht werden.
Eine Kinogeschichte braucht oft einen starken Bogen.
Eine Serie braucht einen Motor, der mehrere Folgen tragen kann.
Ein Microdrama muss sehr schnell zum Punkt kommen.
Ein Vertical Format denkt stärker in Handybild, Nähe und schnellen Konflikt.
Eine internationale Koproduktion muss oft über kulturelle Grenzen hinweg funktionieren.
Aber bei all diesen Veränderungen bleibt eine Sache gleich:
Eine Geschichte braucht eine Figur, die etwas will.
Ohne Wunsch, Druck, Konflikt und Veränderung bleibt auch das modernste Format leer.
Technologie ersetzt keine Haltung
Wenn über KI im Storytelling gesprochen wird, entsteht schnell Angst oder Übertreibung.
Die einen sagen:
„Bald schreibt KI alles.“
Die anderen sagen:
„KI hat im kreativen Prozess nichts verloren.“
Wahrscheinlich ist die Wahrheit komplizierter.
Technologie kann helfen.
Sie kann Ideen sortieren.
Sie kann Varianten erzeugen.
Sie kann beim Recherchieren, Strukturieren oder Testen von Loglines unterstützen.
Aber Technologie kann keine echte Haltung ersetzen.
Ein Tool weiß nicht, warum dir eine Geschichte weh tut.
Ein Tool hat keine Kindheit.
Ein Tool hat keine Scham.
Ein Tool hat keine Erinnerung an einen Streit, der nie richtig beendet wurde.
Ein Tool weiß nicht, welche Figur du schreibst, weil du selbst einmal nicht gehört wurdest.
Drehbuchschreiben ist nicht nur das Erzeugen von Handlung.
Es ist Auswahl.
Es ist Blick.
Es ist Verantwortung.
Es ist Erfahrung.
Es ist eine Entscheidung darüber, was wichtig ist.
Genau deshalb bleibt der Mensch im Zentrum.
Community wird wichtiger, nicht unwichtiger
Je mehr sich die Branche verändert, desto wichtiger wird Austausch.
Wenn neue Formate entstehen, kann niemand alles allein überblicken.
Wenn neue Tools auftauchen, braucht es Gespräche über sinnvolle Nutzung.
Wenn neue Plattformen Geschichten anders erzählen, müssen Autor:innen voneinander lernen.
Wenn internationale Koproduktionen wachsen, werden Verständigung und Zusammenarbeit wichtiger.
Genau hier kann eine Drehbuch-Community stark sein.
Nicht als Ort, an dem alle dasselbe denken.
Sondern als Ort, an dem verschiedene Erfahrungen zusammenkommen:
Eine Person kennt klassische Dramaturgie.
Eine andere schreibt Serienkonzepte.
Eine andere denkt in Social-Media-Formaten.
Eine andere kennt Filmförderung.
Eine andere testet KI-Tools.
Eine andere schreibt Dialoge besonders stark.
Eine andere versteht Genre.
Wenn diese Menschen miteinander sprechen, entsteht mehr als nur Meinung.
Es entsteht gemeinsames Lernen.
Pitching bleibt ein menschlicher Moment
Beim Seriencamp wurden 2026 auch Pitchformate sichtbar, unter anderem der Writers’ Vision Pitch. Solche Formate zeigen: Auch in einer digitalen Branche bleibt der Moment wichtig, in dem ein Mensch einer anderen Person eine Geschichte erklärt.
Ein Pitch ist mehr als eine Zusammenfassung.
Er zeigt:
Ob du den Kern deines Stoffes verstehst.
Ob du weißt, warum diese Figur wichtig ist.
Ob du sagen kannst, warum die Geschichte jetzt erzählt werden sollte.
Ob andere Menschen neugierig werden.
Ob der Stoff in wenigen Sätzen Energie hat.
Gerade Serien brauchen diesen klaren Kern.
Eine Serie ist nicht einfach „viel Handlung“.
Eine Serie braucht eine Frage, die lange trägt.
Warum kommen wir zur nächsten Folge zurück?
Welche Figur wollen wir weiter beobachten?
Welcher Konflikt ist noch nicht erschöpft?
Welche Welt hat genug Reibung?
Welche Beziehung verändert sich über Zeit?
Ein Pitch zwingt uns, diese Fragen zu beantworten.
Microdrama heißt nicht kleine Geschichte
Microdramas und vertikale Formate klingen zunächst nach „klein“.
Kleine Folgen.
Kurze Szenen.
Schnelle Konflikte.
Handyformat.
Aber kurz heißt nicht automatisch einfach.
Im Gegenteil: Je kürzer ein Format ist, desto präziser muss es oft sein.
Die Figur muss schnell erkennbar sein.
Der Konflikt muss sofort greifen.
Die Szene darf nicht lange anlaufen.
Jeder Satz muss arbeiten.
Jede Wendung muss eine Wirkung haben.
Das kann für Drehbuchautor:innen sehr lehrreich sein.
Wer Microdrama übt, lernt Verdichtung.
Und Verdichtung hilft auch beim Kinofilm, bei der Serie, beim Exposé und beim Pitch.
Die große Frage: Was ist der Kern?
Neue Technologien und Formate stellen immer wieder dieselbe alte Frage:
Was ist der Kern der Geschichte?
Nicht: Welche Plattform?
Nicht: Welches Tool?
Nicht: Welcher Trend?
Sondern:
Wer steht unter Druck?
Was will diese Figur?
Was steht ihr im Weg?
Was verändert sich?
Warum interessiert uns das?
Warum jetzt?
Wenn diese Fragen nicht beantwortet sind, hilft kein Format.
Eine schwache Szene bleibt schwach, auch wenn sie vertikal erzählt wird.
Eine flache Figur bleibt flach, auch wenn KI zehn Varianten liefert.
Eine unklare Serie bleibt unklar, auch wenn sie international gedacht ist.
Technik kann verstärken.
Sie kann aber keinen fehlenden Kern ersetzen.
Was drehbuch.community daraus lernen kann
Für drehbuch.community ist der Juni 2026 besonders passend.
Denn die Seite möchte deutschsprachige Drehbuch-Communitys verbinden und voneinander lernen lassen.
Genau das braucht die Zukunft des Erzählens:
Austausch zwischen alten und neuen Formen.
Austausch zwischen Anfänger:innen und Erfahrenen.
Austausch zwischen Film, Serie, Social Media und neuen Plattformen.
Austausch über KI, ohne blind begeistert oder blind ablehnend zu sein.
Austausch über Handwerk, Haltung und Verantwortung.
Der Blog kann hier eine wichtige Rolle übernehmen.
Zum Beispiel mit Formaten wie:
Format-Check:
Was unterscheidet Kinofilm, Serie, Webserie, Microdrama und Vertical Storytelling?
Tool-Test:
Welche digitalen Werkzeuge helfen beim Schreiben wirklich — und wo wird es gefährlich?
Pitch-Werkstatt:
Autor:innen stellen Loglines oder Serienideen vor und bekommen gezielte Fragen.
Community-Rundblick:
Welche deutschsprachigen Gruppen, Discords, Foren oder Schreibzirkel beschäftigen sich mit neuen Erzählformen?
KI & Schreiben:
Nicht als Hype, sondern als ehrliche Diskussion: Was darf ein Tool? Was sollte beim Menschen bleiben?
Die Gefahr des Trends
Jede Branche liebt Trends.
Mal sollen alle Serien schreiben.
Dann alle True Crime.
Dann alle IP-Adaptionen.
Dann alle Vertical Drama.
Dann alle KI nutzen.
Dann alle internationale Koproduktionen denken.
Trends können inspirieren. Aber sie können auch ablenken.
Nicht jeder Stoff passt in jedes Format.
Eine intime Geschichte muss nicht künstlich zur Serie aufgeblasen werden.
Eine starke Serie sollte nicht auf einen Film reduziert werden, nur weil es einfacher wirkt.
Ein Stoff muss nicht KI-Thema haben, nur weil gerade darüber gesprochen wird.
Ein Microdrama braucht nicht weniger Handwerk, nur weil es kurz ist.
Die wichtigste Entscheidung bleibt:
Welche Form braucht diese Geschichte wirklich?
Nicht die modernste Form.
Nicht die lauteste Form.
Nicht die Form, die gerade am meisten Aufmerksamkeit bekommt.
Sondern die richtige.
Kleine Übung für diesen Monat
Nimm eine deiner Ideen und entwickle sie in drei Formen:
1. Als Kinofilm
Was wäre der zentrale Bogen?
2. Als Serie
Was wäre der Motor über mehrere Folgen?
3. Als Microdrama
Was wäre die kürzeste, zugespitzte Version des Konflikts?
Danach beantworte:
- In welcher Form wirkt die Geschichte am stärksten?
- Welche Version zwingt dich zur besten Entscheidung?
- Welche Version zeigt den Kern am klarsten?
- Welche Version fühlt sich nur wie ein Trend an?
- Welche Figur trägt wirklich?
Diese Übung zeigt oft, ob eine Idee groß genug für eine Serie ist — oder ob sie als kurzer, präziser Film stärker wäre.
Frage an die Community
Welche neuen Formen des Erzählens interessieren euch?
Serien?
Webserien?
Microdramas?
Vertical Storytelling?
Interaktive Formate?
KI-gestützte Stoffentwicklung?
Oder bleibt für euch der klassische Film der wichtigste Ort?
Und noch wichtiger:
Was muss bei all diesen Veränderungen unbedingt menschlich bleiben?
Diese Frage sollte eine deutschsprachige Drehbuch-Community nicht den Plattformen, Tools oder Trends überlassen.
Sie gehört uns Schreibenden.
Fazit
Der Juni 2026 zeigt: Die Zukunft des Erzählens ist in Bewegung.
Das Seriencamp in Köln brachte Serien, Premieren, Pitchformate, internationale Perspektiven und Zukunftsfragen zusammen. Mit Themen wie Microdrama, Vertical Storytelling und KI im kreativen Prozess wurde sichtbar, dass sich die Formen des Erzählens verändern.
Aber gerade deshalb wird das Handwerk nicht unwichtiger.
Im Gegenteil.
Je mehr Formate es gibt, desto wichtiger wird Klarheit.
Je mehr Tools es gibt, desto wichtiger wird Haltung.
Je schneller Inhalte entstehen, desto wichtiger wird echte Perspektive.
Je mehr Plattformen Geschichten brauchen, desto wichtiger wird die Frage, welche Geschichten wir überhaupt erzählen wollen.
Technologie kann helfen.
Trends können inspirieren.
Neue Formate können Türen öffnen.
Aber am Ende bleibt Drehbuchschreiben eine menschliche Kunst:
Jemand schaut auf die Welt.
Jemand stellt eine Frage.
Jemand erfindet eine Figur.
Jemand entscheidet, was zählt.
Die Zukunft des Erzählens wird sich verändern.
Aber gute Geschichten brauchen weiterhin Menschen, die etwas zu sagen haben.
Quellen
- SERIENCAMP Festival 2026: Festival vom 9. bis 11. Juni 2026 im Cinenova in Köln-Ehrenfeld.
https://www.seriencamp.tv/festival/archiv/2026/ - SERIENCAMP Startseite: Conference-News, unter anderem Writers’ Vision Pitch Projects und Co-Production Pitch Projects 2026.
https://www.seriencamp.tv/ - Creative Europe Desk NRW: „MEDIA @ Seriencamp Conference 2026“, Informationen zu Conference, PLOT NEXT, Vertical Storytelling, Microdrama, Writers’ Vision Pitch und Terminen.
https://creative-europe-desk.de/en/artikel/events/media-seriencamp-conference-2026 - Drehbuchklausur Österreich: Einreichungen bis 15. Juni 2026 für deutschsprachige Drehbuchautor:innen am Beginn ihrer Karriere.
https://www.drehbuchklausur.at/einreichen