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Die zweite Fassung ist kein Aufräumen: Was Überarbeitung wirklich verändert Im September ging es an dieser Stelle um eine schwierige Entscheidung: Was macht man mit einem Stoff, der ein Nein bekommen hat? Festhalten? Überarbeiten? Abstand gewinnen? Oder loslassen? Aber selbst wenn die Entscheidung lautet: Ich mache weiter. beginnt damit noch nicht automatisch eine gute Überarbeitung. Denn zwischen dem Satz „Ich schreibe eine neue Fassung“ und einer wirklich neuen Fassung liegt ein...
Wenn ein Stoff ein Nein bekommt: Festhalten, überarbeiten oder loslassen? Eine Absage ist erstaunlich kurz für das, was sie auslösen kann. Man hat vielleicht Monate an einem Stoff gearbeitet. Eine Logline immer wieder umgestellt. Ein Exposé gekürzt. Figuren neu gedacht. Szenen geschrieben und wieder gestrichen. Vielleicht hat jemand gegengelesen. Vielleicht wurde ein Pitch vorbereitet. Vielleicht war da sogar dieses seltene Gefühl: Jetzt ist der Stoff wirklich so weit. Dann kommt...
Im August 2026 treffen zwei scheinbar gegensätzliche Arten der Stoffentwicklung aufeinander. Vom 5. bis 15. August wird das Locarno Film Festival erneut zu einem internationalen Treffpunkt für Filmschaffende, Publikum und Branche. Die 79. Ausgabe zeigt 233 Filme, darunter 103 Weltpremieren. Im Rahmen von Locarno Pro werden Projekte präsentiert, diskutiert und mit möglichen internationalen Partner:innen zusammengebracht. Wenige Tage später beginnt am Semmering die 13. Drehbuchklausur. Vom...
Der Juli beginnt in diesem Jahr nicht leise. Während viele Produktionen in die Sommerpause gehen, läuft in München noch eines der wichtigsten Sommerfilmfestivals im deutschsprachigen Raum: Das 43. Filmfest München findet vom 26. Juni bis 5. Juli 2026 statt und zeigt rund 130 Filme aus 56 Ländern, darunter zahlreiche Weltpremieren. Für Drehbuchautor:innen ist so ein Festival mehr als ein Branchentreffen. Es ist ein Moment, in dem sichtbar wird, was sonst monatelang im Verborgenen entsteht...
Im Juni 2026 stand Köln ganz im Zeichen des seriellen Erzählens: Das SERIENCAMP Festival 2026 fand vom 9. bis 11. Juni 2026 im Cinenova in Köln-Ehrenfeld statt. Gezeigt wurden neue Serien auf großer Leinwand, darunter Welt- und Deutschlandpremieren. Parallel dazu lief die SERIENCAMP Conference, bei der es um Zukunftsfragen der Branche ging: neue Formate, internationale Koproduktionen, Ausbildung, Technologien und veränderte Formen des Erzählens. Besonders spannend für Drehbuchschreibende...
Im Mai 2026 wurde beim Deutschen Filmpreis wieder sichtbar, wie zentral das Drehbuch für einen Film ist. In der Kategorie Bestes Drehbuch wurden Mascha Schilinski und Louise Peter für „In die Sonne schauen“ ausgezeichnet. Der Film gewann außerdem die Goldene Lola für den besten Spielfilm und mehrere weitere Preise. Das ist ein guter Anlass für eine einfache, aber wichtige Frage: Wie lernt man eigentlich Drehbuchschreiben? Nicht nur durch Tipps. Nicht nur durch YouTube-Videos. Nicht nur...
Im April 2026 fand in Potsdam die 55. Ausgabe des Internationalen Studierendenfilmfestivals Sehsüchte statt. Das Festival lief vom 22. bis 26. April 2026 an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF und gehört laut Filmuniversität zu den größten internationalen Studierendenfilmfestivals Europas. Das Motto 2026 lautete „What’s left?“ — eine Frage nach dem, was von Idealen, Heimat, Hoffnungen, Ängsten und Zukunftsbildern übrig bleibt. Für Drehbuchschreibende war besonders interessant: Im...
Im März 2026 stand Graz wieder stark im Zeichen des österreichischen Films. Die Diagonale 2026 fand vom 18. bis 23. März 2026 statt. Im Rahmen des Festivals wurden auch die Drehbuchpreise vergeben: der Thomas-Pluch-Drehbuchpreis sowie der Carl-Mayer-Drehbuchpreis. Die zuvor vergebenen Drehbuchpreise waren laut Filmfonds Wien insgesamt mit 44.500 Euro dotiert. (Filmfonds Wien) Besonders passend für Drehbuchautor:innen: Das Thema des Carl-Mayer-Drehbuchpreises 2026 lautete „Tempo“. Der...
Chaos ist kein Fehler - manchmal ist es der Anfang Viele Autor:innen glauben, ein Stoff müsse von Anfang an klar sein. Erst die Idee. Dann die Logline. Dann das Exposé. Dann das Treatment. Dann die erste Fassung. Dann Überarbeitung. Dann fertig. Schön wäre es. In Wirklichkeit sieht Schreiben oft anders aus. Man beginnt mit einer Figur und merkt später, dass eigentlich die Nebenfigur spannender ist. Man schreibt eine Szene, die stark wirkt, aber nicht zur Handlung passt...
Gute Stoffe stellen bessere Fragen Viele Drehbuchideen beginnen mit einem Thema. Mauerfall. Anderssein. Stalking. Familie. Gewalt. Identität. Schuld. Freiheit. Erwachsenwerden. Aber ein Thema ist noch keine Geschichte. Ein Thema wird erst interessant, wenn daraus eine Frage entsteht, die man nicht sofort wieder vergisst. Nicht nur: „Es geht um den Mauerfall.“ Sondern: Was passiert mit einem Kind, wenn seine Welt über Nacht verschwindet? Nicht nur: „Es geht um...
Hoffnung ist kein Happy End aus Zucker Hoffnung wird im Drehbuch oft missverstanden. Als weiches Ende. Als Trostpflaster. Als letzte Szene mit Sonnenuntergang. Als das Gefühl, dass schon irgendwie alles gut wird. Aber echte Hoffnung ist schwieriger. Sie entsteht nicht, weil ein Film Probleme verschwinden lässt. Sie entsteht, wenn eine Figur trotz Druck, Angst, Verlust oder Widerstand eine Entscheidung trifft, die etwas verändert. Nicht alles ist gut. Aber etwas ist möglich...
Das Exposé ist der erste Härtetest deiner Geschichte Eine Idee kann sich im Kopf großartig anfühlen. Eine Figur. Ein Thema. Ein Bild. Ein Konflikt. Eine Welt. Ein Satz, der nicht mehr verschwindet. Aber spätestens beim Exposé zeigt sich, ob daraus wirklich ein Stoff werden kann. Denn ein Exposé fragt nicht höflich: „Ist die Idee interessant?“ Es fragt härter: Wer steht im Zentrum? Was will diese Figur? Was steht ihr im Weg? Was steht auf dem Spiel? Warum muss diese...
Adaptieren heißt nicht abschreiben Viele denken bei Adaption zuerst an Treue. War die Szene im Buch genauso? Fehlt eine Figur? Wurde das Ende verändert? Ist der Film „nah genug“ an der Vorlage? Diese Fragen sind verständlich. Aber für Drehbuchautor:innen führen sie oft in die falsche Richtung. Denn eine gute Adaption ist keine Kopie. Ein Roman, ein Sachbuch, ein Theaterstück, ein Podcast, ein Artikel oder eine wahre Geschichte funktionieren nicht automatisch als Film oder Serie...
Networking ist nicht Smalltalk - es ist Teil des Handwerks Viele Autor:innen mögen das Wort Networking nicht. Es klingt nach Visitenkarten. Nach Smalltalk. Nach „sich verkaufen“. Nach Veranstaltungen, auf denen man möglichst souverän wirken muss. Aber gutes Networking ist etwas anderes. Es bedeutet nicht, laut aufzutreten. Es bedeutet nicht, sich wichtiger zu machen, als man ist. Und es bedeutet auch nicht, jeden Kontakt sofort in eine Chance verwandeln zu müssen. Im besten...
Drehbuchschreiben ist kein Einzelkampf Eine Szene funktioniert nicht. Eine Figur bleibt blass. Das Exposé klingt trocken. Oder man merkt beim Schreiben plötzlich: Die Idee ist gut — aber irgendetwas trägt noch nicht. Genau an solchen Stellen wirkt Drehbuchschreiben oft einsam. Eine Person, ein Laptop, ein Dokument, viele Zweifel. Aber gutes Schreiben entsteht selten komplett allein. Man braucht manchmal jemanden, der eine ehrliche Frage stellt. Jemanden, der merkt, dass die Hauptfigur...
Drehbuchautor:innen gehören auf die Bühne Wenn ein Film startet, sieht man zuerst die Gesichter. Schauspieler:innen auf dem roten Teppich. Regie im Interview. Bilder aus dem Film. Trailer, Szenen, Plakate, Premierenfotos. Das ist verständlich. Film ist ein sichtbares Medium. Aber bevor eine Figur einen Satz sagt, musste jemand diesen Satz schreiben. Bevor eine Szene gespielt wird, musste jemand entscheiden, warum sie existiert. Bevor ein Konflikt auf der Leinwand funktioniert, musste...
Pitchen ist kein Verkaufsgespräch - es ist eine Einladung Viele Autor:innen denken beim Pitch zuerst an Verkauf. Man stellt eine Idee vor. Jemand hört zu. Am Ende gibt es vielleicht Interesse, vielleicht eine Absage, vielleicht Schweigen. Aber ein guter Pitch ist mehr als ein Verkaufsmoment. Er ist ein Test: Ist der Kern meiner Geschichte sichtbar? Wenn ein Pitch nicht funktioniert, heißt das nicht automatisch, dass der Stoff schlecht ist. Manchmal heißt es nur: Die Geschichte ist noch...